„Personalplanungsstrategie der Landesregierung ist mir vollkommen unverständlich“

Veröffentlicht am 28.02.2019 in Landespolitik

Gerhard Kleinböck (SPD) kritisiert Antwort der Landesregierung zu seiner Kleinen Anfrage zum polyvalenten Bachelor und zur Praxisphase in den Lehramtsstudiengängen

 

Stuttgart/Ladenburg. Der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Kleinböck hat die Antwort der Landesregierung zu seiner Kleinen Anfrage zum polyvalenten Bachelor und zur Praxisphase in den Lehramtsstudiengängen scharf kritisiert:

„Besonders erschreckend finde ich, dass an zwei der großen Universitäten mit vielen Lehramtsstudierenden, nämlich in Freiburg und in Heidelberg, gar nicht erfasst wird, wie viele der Studierenden im Bachelor eine Lehramtsoption im Rahmen eines polyvalenten Bachelor-Studiengangs anstreben und wie viele einen regulären Bachelor ohne Lehramtsoption. Gerade in Zeiten, in denen die Kultusministerin Frau Eisenmann immer wieder hervorhebt, dass wir bis ins Jahr 2030 10.600 zusätzliche Lehrerstellen benötigen, ist mir dies vollkommen unverständlich. Hier sollte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer dringend darauf drängen, dass die Studierendenzahlen separat erfasst werden, damit die Entwicklung der zukünftigen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter besser kalkulierbar wird“,

fordert der Bildungspolitiker Gerhard Kleinböck.

Zudem regt der ehemalige Schulleiter an, zu prüfen, inwieweit den Lehramtsstudierenden im Studium wieder früher substantielle Praxiseinblicke in den Lehrberuf ermöglicht werden können.

„Mit der Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf Bachelor und den Master of Education hat sich der erste tiefere Einblick der Studierenden in die Berufspraxis von Lehrerinnen und Lehrern nach hinten verschoben. Statt im Anschluss an die Zwischenprüfung, etwa im fünften Semester, findet das Schulpraxissemester für angehende Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer nun in der Regel erst im zweiten oder dritten Master-Semester (also dementsprechend erst im achten oder neunten Studiensemester) statt. Dies bedeutet, dass die berufliche Orientierung für die Studierenden erst dann erfolgen kann, wenn sich diese schon für einen Master of Education entschieden haben. Gerade vor dem Hintergrund des Lehrermangels insbesondere in den MINT-Fächern könnte eine frühere berufliche Orientierung Potenziale bergen. Erhalten die Studierenden bereits im Bachelor-Studiengang Einblicke in den Lehrberuf, könnten gegebenenfalls weitere Interessierte gewonnen werden“,

regt der Sozialdemokrat Gerhard Kleinböck abschließend konkrete Maßnahmen an.

 
 

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