Weinheimer Nachrichten berichten über Landtagsfahrt des SPD-Ortsvereins Laudenbach

Veröffentlicht am 17.05.2017 in Presseecho

Foto: Küßner

"Entsetzt über Verhalten der AfD-Landtagsfraktion - Laudenbacher SPD-Ortsverein unternimmt Tagesfahrt nach Stuttgart"

Artikel aus den Weinheimer Nachrichten vom 17. Mai 2017

Strahlend blauer Himmel begleitete die 40-köpfige Gruppe des SPD-Ortsvereins bei ihrer Tagesfahrt nach Stuttgart, für die die Arbeitsgemeinschaft (AG) 60 plus verantwortlich zeichnete. Dem politischen Programm auf Einladung des Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck hatte der Ortsverein das Erkunden der Landeshauptstadt mit einer Stadtrundfahrt und individueller Freizeit in der Innenstadt um die Mittagszeit vorangestellt.

 In seiner Begrüßung erinnerte AG-Sprecher Herbert Bangert, dass man fast auf den Tag genau vor einem Jahr das Europaparlament in Straßburg besucht habe. Nach der seinerzeitigen großartigen Resonanz sei bei ihm unmittelbar der Gedanke gereift, heuer das Landesparlament anzusteuern. Vor rund einem halben Jahr habe Gerhard Kleinböck den Besuch ermöglicht und gemeinsam mit dessen Mitarbeitern Janina Ries und Sebastian Cuny habe man den Tagesablauf geplant.

In Stuttgart wartete unmittelbar gegenüber der Großbaustelle am Hauptbahnhof die Stadtführerin, die in einer rund eineinhalbstündigen Stadtrundfahrt die 600 000 Einwohner zählende Landeshauptstadt und ihre Sehenswürdigkeiten vorstellte. So genoss die Gruppe den Blick von einer Aussichtplattform unterhalb der Villa Reitzenstein, Dienstsitz des Ministerpräsidenten, und vom Killesberg. Die Gäste erfuhren, dass die Stadt zu rund 50 Prozent grün sei, unter einer besonderen Luftproblematik durch die Kessellage leide und im Krieg in der Innenstadt zu 90 Prozent zerstört worden sei, sodass nur wenig alte Bausubstanz erhalten geblieben sei. So sei der ehemalige Slogan „Großstadt zwischen Wald und Reben“ von Kritikern abgelöst worden durch „Wiederaufbau zwischen Hängen und Würgen“.

Der 1956 eröffnete Fernsehturm sei das Wahrzeichen der Stadt, die 40 Treppenanlagen von den Hügeln in die Stadt mit einer Gesamtlänge von 20 Kilometern ein wesentliches Merkmal. Liederhalle, Universität, Staatsgalerie, Opernhaus und die durch die besondere Architektur weltberühmter Baumeister zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene Weisenhofsiedlung wurden in Augenschein genommen, ehe die Gruppe die fast zweistündige Freizeit in der Innenstadt mit der bekannten Königstraße genoss.

Anschließend führte der Weg zum Landtag, wo man zunächst vom Besuchsdienst in die Tagesordnung eingeführt wurde und den Verhaltenskodex erläutert bekam. Dass ein solcher auch für die Parlamentarier selbst dringend geboten erscheint, erlebten die Laudenbacher beim Redebeitrag von Sozialminister Manfred Lucha im Rahmen der Diskussion um ein Burka-Verbot. Hier drehte die gesamte AfD-Fraktion dem Redner zunächst den Rücken zu; nach einer Ermahnung des Landtagspräsidenten verließen die Abgeordneten den Sitzungssaal. Weiter befasste sich das Plenum – dann wieder vollzählig – mit den möglichen Folgen eines EU-Austritts des Vereinigten Königreichs für Baden-Württemberg.

Im Anschluss fand man sich im Friedrich-Ebert-Saal zu einem Gespräch mit Gerhard Kleinböck ein, der bestätigte, dass das Verhalten der AfD keine Besonderheit darstellte und noch vergleichsweise harmlos gewesen sei. Anders als die Landesregierung bewertete er das erste Regierungsjahr von Grün-Schwarz sehr skeptisch und sah viele Defizite, wenngleich es „trotz dieser Landesregierung“ Baden-Württemberg finanziell so gut wie nie gehe. Er kritisierte den Beschluss zur Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende, weil dieser dazu führe, dass die besten Köpfe nicht mehr nach Baden-Württemberg kämen, und befasste sich ausführlich mit dem Lehrermangel und der schlechten Einstellungspraxis im Land. Bangert dankte Kleinböck mit einem Weinpräsent, bevor die Ausflügler ein gemütliches Stuttgarter Lokal unweit des Landtagsgebäudes ansteuerten, wo sie aus schwäbischen Spezialitäten auswählen konnten.

 
 

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