Unterrichtsausfall an Beruflichen Schulen reduzieren

Veröffentlicht am 16.04.2018 in Landespolitik

Zum Auftakt der Woche der beruflichen Bildung fordert SPD-Schulexperte Gerhard Kleinböck von der Landesregierung mehr als nur warme Worte für die beruflichen Schulen. Aktuelle Strichproben zeigen, dass der Unterrichtsausfall an beruflichen Schulen seit dem letzten Schuljahr um 20 Prozent gestiegen ist. „Angesichts dieser immer schlechter werdenden Versorgungslage im eigenen Land war der von Kultusministerin Susanne Eisenmann für ihre Kultusministerkonferenz-Präsidentschaft im Jahr 2017 selbst gesetzte Schwerpunkt der beruflichen Bildung nicht mehr als ein Treppenwitz“, resümiert Kleinböck kritisch. In der letzten Legislatur konnte das SPD-geführte Kultusministerium das strukturelle Defizit an den beruflichen Schulen noch halbieren. „Davon ist heute nicht mehr viel übrig geblieben“, stellt Kleinböck ernüchtert fest.

Vor allem mit Blick auf die Integration von jungen Geflüchteten bräuchten die beruflichen Schulen mehr Unterstützung. „Die Sprachförderung in den VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse) muss wieder intensiviert werden, denn für den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung ist für sie deutlich mehr Deutschunterricht notwendig“, weiß der ehemalige Berufsschulleiter und fordert die Rücknahme der Kürzungen in der VABO-Stundentafel.

 

Weil Integration eine Daueraufgabe unseres Bildungssystems ist, verlangt Kleinböck auch die Entfristung von mindestens 200 Stellen, die laut Landeshaushalt eigentlich künftig wegfallen sollen. „Die Lehrkräfte der Vorbereitungsklassen leisten tolle Arbeit und haben wichtige Erfahrung gesammelt. Unser Bildungssystem braucht diese Lehrkräfte dauerhaft, um nachhaltige Förderstrukturen an den Schulen aufzubauen“. Davon könnten noch mehr Zugewanderte profitieren und so besser in den Arbeitsmarkt integriert werden: „Eine Erhöhung der Berufsschulberechtigung auf 22, wenn nicht sogar 25 Jahre muss möglich sein. Die beruflichen Schulen sind bereit, ihren Beitrag zur Integration der jungen Geflüchteten zu leisten, sie brauchen aber mehr als nette Schlagzeilen und Lippenbekenntnisse ihrer Kultusministerin“, bilanziert Kleinböck.

Quelle: SPD Landtagsfraktion Baden-Württemberg

 
 

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