Maßnahmenpaket "Gänseplage" gefordert

Veröffentlicht am 09.06.2017 in MdB und MdL

„Das Landwirtschaftsministerium verschließt die Augen vor der Gänseplage am Unteren Neckar“, kritisiert Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck. In einer parlamentarischen Initiative wollte der Ladenburger von der Landesregierung wissen welche Maßnahmen getroffen würden, um „die problematische Populationsentwicklung bestimmter Gänsearten einzudämmen“.

Besonders die sich aggressiv ausbreitenden Nilgänse sorgen für zahlreiche Konflikte mit heimischen Tierarten, der Landwirtschaft und den Menschen. Die Stellungnahme des zuständigen Ministeriums bezeichnet der Abgeordnete „als absolut unbefriedigend“. So werde zwar eine Verfünffachung des Nilgänsebestandes ausgewiesen im gleichen Atemzug jedoch „keine generelle Gänseproblematik“ festgestellt.

„Wer in Ladenburg auf der Neckarwiese nur noch schwer einen sauberen Fleck zwischen dem Gänsekot findet oder in Schriesheim Nilgänse dabei beobachten kann wie sie Felder verkoten hat da sicherlich ein ganz anderes Bild von der Realität“,

schüttelt Gerhard Kleinböck über den „Unwillen der Landesregierung, sich dem Problem anzunehmen“ den Kopf.

Die immer gleichen, erfolglosen Antworten reichen nicht aus

Als wichtigste Maßnahme zur Eindämmung des wilden Gänsezuwachses führt das Landwirtschaftsministerium die „Durchsetzung eines Fütterungsverbotes“ auf. „Dieser Lösungsvorschlag kam 2015 schon einmal vom zuständigen Minister und er ist bis heute wirkungslos geblieben. Lediglich 10 bis 20 Prozent der Kommunen haben ein Fütterungsverbot erlassen. Bei der Durchsetzung dieses lässt das Land die Städte und Gemeinden dazu im Regen stehen“; verlangt Kleinböck „mehr Eigeninitiative der Landesregierung zur Eindämmung der Gänseplage“.

Landesregierung muss endlich aktiv werden

Der SPD-Politiker schlägt vor, die betroffenen Kommunen im Land zu ermuntern, Fütterungsverbote in ihren kommunalen Satzungen zu verankern, die Bürgerinnen und Bürger umfassender zu informieren und die Fütterungsverbote konsequenter durchzusetzen. „Es kann nicht sein, dass die Landesregierung die Verantwortung an die Kommunen wegschiebt und diese vor Ort das Rad jedes Mal neu erfinden müssen. Zielführender wären eine landesweite Aufklärungskampagne, Musterverordnungen zum Fütterungsverbot und umfassende Informationen von Seiten der Landesregierung“, fordert der Abgeordnete ein „Maßnahmenpaket zur Gänseplage“.

Als wichtiges Instrument einer entsprechenden Kampagne sieht er außerdem die professionelle „Gelegebehandlung“. Hierbei wird versucht, die Anzahl der Nachkommen pro Brutpaar durch die Behandlung eines Teil der Gänseeier (Anstechen, Austausch mit Gipseiern, Einölen der Eier) zu reduzieren.  Zwei Eier eines Nestes bleiben unbehandelt, um den Gänsen das Aufziehen von Jungen zu gewährleisten. „Hierfür müssen im Jagd- und Betretungsrecht gegebenenfalls die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden“, schließt Gerhard Kleinböck mit einem klaren Auftrag an die Landesregierung.

 
 

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