"Das ist eine große Nummer"

Veröffentlicht am 19.05.2017 in Presseecho

Weinheimer Nachrichten berichten über Aktion der Hemsbacher Genossen für eine länderübergreifende Sanierung der L3110 zwischen Hemsbach und Hüttenfeld.

Artikel von Matthias Kranz aus den WN vom 19. Mai 2017:

Früher sei ihm beim Autofahren zwischen Hüttenfeld und Hemsbach immer schlecht geworden, weil es so viele Kurven gegeben habe, heute weil so viele „Hubbel“ im Fahrbahnbelag seien. Der gebürtige Hüttenfelder, der schon lange in Hemsbach lebt, war Teil einer rund 20-köpfigen Gruppe, die am späten Mittwochnachmittag die Fahrradbrücke an der L 3110 über die Neue Weschnitz bevölkerte. Das hessisch-badische Stelldichein, das auf Initiative des früheren Hemsbacher SPD-Stadtrats Alfred Moos zusammengekommen war, war Auftakt für eine landesübergreifende Aktion, die Landesstraße zwischen Hemsbach und Hüttenfeld und wenn möglich noch innerhalb des Lampertheimer Stadtteils zu sanieren.

Dazu war SPD-Prominenz aus Hemsbach und Lampertheim gekommen. Auch der Hemsbacher Bürgermeister Jürgen Kirchner und die beiden hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck (Stuttgart) und Norbert Schmitt (Wiesbaden) nahmen an dem Treffen teil.

 

Kirchner peilt 2018 an

Der Hemsbacher SPD-Ortsvereinsvorsitzende German Braun sah angesichts des hohen Verkehrsaufkommens auf der L 3110 „dringenden Handlungsbedarf“ und forderte eine schnelle Lösung: „Je länger wir mit der Sanierung warten, desto teurer wird es am Ende.“ Der Hemsbacher Bürgermeister Jürgen Kirchner wollte da nicht widersprechen und hat sich in dieser Angelegenheit auch bereits mehrfach an das Landratsamt und das Regierungspräsidium Karlsruhe gewandt. Wenn schon in diesem Jahr nichts mehr geschehe, dann müsse die Straße zumindest 2018 saniert werden, forderte der Hemsbacher Rathauschef.

Wasser auf die Mühlen der Lampertheimer Genossen: „Die schwarze Null führt zu schwarzen Löchern“, kritisierte Marius Schmidt, Fraktionschef der SPD in der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung, und unterstrich die Bedeutung der Landesstraße für den hessischen Nachbarn. Viele nutzen den Autobahnanschluss in Hemsbach und auch die Einkaufsmöglichkeiten dort. Lampertheim habe nicht umsonst vor Kurzem eine neue Kita im Stadtteil Neuschloss gebaut, damit Eltern eine gute Verkehrsanbindung hätten.
Er setzte sich dafür ein, dass die L 3110 länderübergreifend auf baden-württembergischer und hessischer Seite saniert wird – weil sie es dringend nötig habe und weil die Straße dann nur auch einmal gesperrt werden müsse.

Der hessische SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Schmidt beklagte einen schleichenden „Wertverzehr“ in seinem Bundesland: Hessen investiere jedes Jahr rund 30 Millionen Euro weniger in Straßensanierungen, als erforderlich sei. Die L 3110 stehe aktuell nicht auf der Prioritätenliste, bei „kleineren Maßnahmen“ gebe es aber immer eine Chance, sagte Schmidt und versprach, sich für diese Angelegenheit zu verwenden.

Sein Stuttgarter Kollege Gerhard Kleinböck bewertete die Erfolgsaussichten einer konzertierten Aktion über die Landesgrenze hinweg eher nüchtern: „Das ist eine große Nummer“, sagte er zu der Aufgabe, zwei Bundesländer davon zu überzeugen, gleichzeitig zu handeln. Der SPD-Landtagsabgeordnete, der seit einem Jahr Mitglied im Verkehrsausschuss des baden-württembergischen Landtags ist, sah noch ein anderes Problem. Geld sei in Baden-Württemberg da, es fehlten aber landesweit 50 bis 80 Straßenbauingenieure in den Straßenbauverwaltungen, weil diese wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten lieber in der freien Wirtschaft arbeiteten. Gleichwohl sicherte auch Gerhard Kleinböck eine parlamentarische Initiative zu, die auf eine rasche Sanierung der Landesstraße abzielt.

Initiator Alfred Moos mochte nach diesen Worten dann vielleicht doch lieber „den ersten vor dem zweiten Schritt machen“. Wenn eine länderübergreifende Aktion zu schwierig werde, dann solle erst einmal das etwa fünf Kilometer lange Stück zwischen Hemsbach und dem Landgraben kurz vor Hüttenfeld saniert werden, sagte der Hemsbacher am Ende des ungewöhnlichen Treffens auf der Fahrradbrücke. Dann wurde der SPD-Schirm erst einmal wieder zugemacht. maz

 
 

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